Danke

Psychologische Beratung Weinheim Praxis DELPHI

Danke zu sagen, fällt nicht allen Menschen gleich leicht. Wollen Sie einen todsicheren Tipp für gute Laune? Üben Sie sich in Dankbarkeit. Selbst und gerade wenn Ihr Leben im Moment nicht so rosig ausschaut: Finden Sie etwas, wofür Sie von Herzen dankbar sind. Das kann die Gegenwart oder die Vergangenheit betreffen.

Hatten Sie eine schrecklich Kindheit? Freuen Sie sich, dass sie vorüber ist und Sie es überlebt haben. Haben Sie einen nervigen Juckreiz am Rücken? Seien Sie dankbar, dass es juckt und nicht schmerzt. Oder dass es nur der Rücken ist und nicht der ganze Körper.

Haben Sie das Prinzip verstanden?

Es geht nicht darum, das Negative auszublenden. Oder sich etwas schönzureden. Sondern dem Negativen das tatsächlich vorhandene Positive gegenüber zu stellen. Und dann wirklich zuzulassen, dass Sie dafür dankbar sind.

Manchmal sind wir so in der Opferrolle gefangen, dass es schier unmöglich erscheint, etwas anzunehmen, wofür man dann dankbar sein kann, darf oder sollte. Lieber ist das ganze Leben -Verzeihung! – verschissen. Damit ist das Weltbild rund. Hilfreich ist das allerdings nicht.

Wesentlich ist Ihre Absicht: Wenn Sie wollen, finden Sie etwas. Seien Sie im Zweifelsfall dankbar für schöne Erinnerungen. Ein paar Momente werden Sie doch erlebt haben, die der Dankbarkeit wert sind? Einen Cafébesuch mit einer Freundin. Eine Pause auf der Parkbank im Sonnenschein. Aufmunternde Worte, kleine Gesten der Wertschätzung, ein freundliches Lächeln im Vorbeigehen.

Halten Sie die Augen offen für solche kleinen Dankes-Bringer. Sie sind kraftvoller als Sie vielleicht glauben. Fragen Sie sich ganz konkret, wofür Sie jetzt und heute dankbar sein können. Fällt Ihnen etwas ein? Lassen Sie sich Zeit. Es darf ruhig etwas Banales sein. Sobald Sie es gefunden haben, machen Sie sich die Sache bewusst. Gehen Sie gedanklich in die Situation hinein. Lassen Sie sich von der Woge der Dankbarkeit ergreifen oder den kleinen Hauch davon flüchtig vorbeiziehen. Nicht das Ausmaß ist entscheidend, sondern die Übung. Mit der Zeit wird es Ihnen immer leichter fallen.

Hören Sie mit dem ersten Punkt nicht auf. Machen Sie weiter. Was fällt Ihnen als zweites ein? Und was als drittes? „Ab drei beginnt die Unendlichkeit“, ist ein Leitspruch in der Psychotherapie. Will heißen: Ist erst mal der dritte Punkt gefunden, eröffnet sich ein ganzes Universum an Möglichkeiten. Das gilt auch für unsere Dankbarkeits-Übung.

Teilen Sie Ihren Dank mit. Das verstärkt den Effekt der Übung. Gesprochene oder geschriebene Worte sind Energie, die wirkt.

Räuchern: LINDENBLÜTEN

Die Linde ist seit eh und je der Baum des Miteinanders. Sie stand traditionell im Zentrum des Dorfplatzes. Um die Linde herum wurde getanzt. Unter dem Baum wurde Recht gesprochen. Lindenblüten stärken das Immunsystem und stehen für Fruchtbarkeit. Das Wörtchen „lind“ oder der Namensbestandteil deutet außerdem auf Mäßigung hin. Es bedeutet so viel wie „mild, zart oder sanft“. In unserer Zeit der Extreme können wir diese Qualität besonders gut brauchen.

Vielleicht finden Sie in Ihrem Teeschrank Lindenblüten. Dann genießen Sie mit dem schönen Aroma Ihren vorerst letzten Rauhnachts-Duft. Blicken Sie zurück auf die vergangenen Tage. Und vielleicht kommt Ihnen dabei ja auch ein bisschen Dankbarkeit ins Herz. Das würde mich freuen. Für Sie und für mich.

Text: Petra Weiß
Foto: filiz yildiz / pexels.com

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