Haben Sie Ihre guten Vorsätze fürs Neue Jahr schon gebrochen? Grämen Sie sich nicht. Sie sind nicht allein. Sie haben sich etwas Schwieriges auf die To-Do-Liste gesetzt. Würde es Ihnen leicht fallen, müssten Sie ja keinen Vorsatz fassen, sondern würden es einfach tun. Oder lassen.
Gewohnheiten sind hartnäckig. Sie sind oft tief in unserer Identität verankert. Wir sagen beispielsweise nicht „Ich bin Petra. Ich rauche.“, sondern „Ich bin Raucherin“. Dass wir uns dem zuordnen, was wir tun, als Erkennungsmerkmal und Eigenart, ist normal.
Meine Anregung heute ist der achtsame Umgang mit der Formulierung „Ich bin…“. Sie leitet eine Beschreibung unseres Selbstbilds ein, zumindest eines Teilaspekts unserer Persönlichkeit. Insofern zementiert das „Ich bin“ unsere Identität. Oft ist das gut. Aber nicht immer. Vor allem, wenn wir etwas in unserem Verhalten grundlegend verändern wollen.
Erfahrungsgemäß enden die meisten Sätze, die mit „Ich bin so ein Mensch, der…“ anfangen, mit einer Lüge. Vor allem, wenn sie allzuoft gebraucht werden. Ja, dann kann man das Gesprochene häufig genau um 180 Grad drehen, um die Wahrheit herauszufinden. Frappierend, nicht wahr? Wer derart angestrengt an seinem Image arbeitet, hat es in der Regel nötig.
„Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung“. Vermutlich kennen Sie den alten Spruch. Tatsächlich liegt darin viel Weisheit. Darf ich Sie zu einer kleinen Übung einladen? Wenn Sie beispielsweise im Neuen Jahr nicht mehr fremdgehen wollen, dann probieren Sie doch einmal folgenden Trick:
Sagen Sie nicht „Ich bin ein Fremdgänger“, das wird Ihre Psyche ablehnen. Denn das wollen Sie nicht sein. Versuchen Sie es stattdessen mit dem Verb: „Ich gehe hin und wieder (oder regelmäßig) fremd“. Beschönigen Sie das Geschehen nicht durch Euphemismen wie „Manchmal kann ich einfach nicht widerstehen“ oder „Die Frauen (oder die Männer) fliegen auf mich“. Nein, sehen Sie der Sache nüchtern ins Gesicht.
In Ihnen gibt es einen Anteil, der das Verhalten WILL. Sonst würden Sie es nicht machen. Eine Charakterschwäche lasse ich als Ausrede nicht gelten. Würdigen Sie unbedingt diesen Anteil. Finden Sie heraus, was er braucht. Das Fremdgehen an sich wird es vermutlich nicht sein. Da muss ich dem guten Herrn Freud leider widersprechen. So wie es namhafte Psychologen heute tun. Nein, der Sexualtrieb kann nicht für all unsere unverständlichen Verhaltensweisen herhalten. Gehen Sie den wahren Beweggründen auf den Grund: ohne Vorwürfe und ohne Schuldgefühle.
Ja, ich weiß, das Beispiel ist krass. Ersetzen Sie „nicht mehr fremdgehen“ durch „mehr Sport treiben“, „gesünder essen“, „weniger arbeiten“ oder „meine Freundschaften öfter pflegen“ – was auch immer Ihr Anliegen ist. Seien Sie gnädig mit sich. Und gehen Sie es möglichst locker an.
Räuchern: GELASSENHEIT MIT HANF
Heute nehme wir etwas, das nicht jeder im Kräutertöpfchen auf dem Balkon hat. Man darf ja zwischenzeitlich in Deutschland Cannabis legal kaufen. In der medizinischen Praxis zeigt sich, dass die gute Hanfpflanze einen sehr entspannenden Einfluss auf Körper und Psyche hat. Deshalb wird er schon seit Jahrzehnten als Arznei in der Krebstherapie eingesetzt – als kleine Auszeit von der Erkrankung. Wenn Sie getrocknete Blüten oder Blätter der Pflanze zum Räuchern nutzen, beachten Sie natürlich, dass keine Kinder oder Jugendliche in der Nähe sind, um der Gesetzgebung genüge zu tun.
Text: Petra Weiß
Foto: rdne / pexels.com
